Fachanwalt für Arbeitsrecht: Tipps rund um die Einschaltung des MDK

Zweifel an Arbeitsunfähigkeit? Wann wird MDK eingeschaltet? Fachanwalt für Arbeitsrecht Bredereck hilft Arbeitnehmern.
MDK Einschaltung

Gut kommt es nicht an, wenn sich ein Arbeitnehmer krank meldet, der bei seinem Chef nicht hoch im Kurs steht. Wiederholt sich das, kann der Arbeitgeber schon mal an der Arbeitsunfähigkeit zweifeln und den MDK einschalten, den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Was dem Arbeitnehmer jetzt droht und wie er Nachteile vermeidet, darüber informiert Arbeitsrechtler Alexander Bredereck.

 

Der Arbeitgeber will erreichen, dass man der AU nicht mehr glaubt – nur wie? Bezweifelt der Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), kann er den Beweiswert der vom Arbeitnehmer eingereichten ärztlichen Bescheinigung durch eine "amtsärztliche" Zweitmeinung entwerten lassen. Diese Zweitmeinung erhält der Arbeitgeber vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Der Arbeitgeber regt beim MDK an, dass dieser sich einschaltet; daraufhin lädt der MDK den arbeitsunfähig geschriebenen Arbeitnehmer ein zu einem Untersuchungstermin bei einem Arzt des MDK. Dieser prüft: Stimmt das, was der krank schreibende Arzt in der AU diagnostiziert hat? Im Kern geht es um die Frage: Spielt der Arbeitnehmer seinen Zustand nur vor? 

 

Was passiert, wenn der MDK befindet: „Der Arbeitnehmer ist eigentlich arbeitsfähig!“ Und damit meint: „Die Diagnose des Hausarztes stimmt nicht!“? Einer solchen "Gesundschreibung" des MDK muss der Arbeitnehmer etwas entgegen setzten, er sollte den Beweiswert der AU-Bescheinigung möglichst schnell wiederherstellen. Regelmäßig gelingt das, wenn der Arbeitnehmer nach der MDK-Vorladung zu einem Facharzt geht und eine dritte Meinung einholt. Bestätigt der Facharzt dann die ursprüngliche Einschätzung des Hausarztes, ist der Arzt des MDK damit regelmäßig „überstimmt“. Eine schlüssige ärztliche Einschätzung, die ein Facharzt bestätigt, kann der Arbeitgeber regelmäßig kaum noch in Zweifel ziehen.

 

Was passiert, wenn der Arbeitnehmer der Vorladung fern bleibt? Und: Was, wenn der Facharzt die Auffassung des MDK teilt und den Arbeitnehmer auch für gesund hält? Dann kann es passieren, dass der Arbeitgeber wegen arbeitsvertraglicher Pflichtverletzung eine verhaltensbedingte Kündigung oder eine fristlose Kündigung ausspricht. Kommt es in Folge der Kündigung zu einem Kündigungsschutzprozess vor dem Arbeitsgericht, riskiert der Arbeitnehmer: dass man ihm die Arbeitsunfähigkeit nicht abnimmt, dass man denkt, er habe seinem Hausarzt eine Erkrankung nur vorgespielt. Die Folge: Man kann die Kündigungsschutzklage verlieren, und damit seinen Job und jede Chance auf eine hohe Abfindung.

 

Arbeitnehmertipps vom Fachanwalt für Arbeitsrecht rund um die MDK-Vorladung:

 

- Eine Arbeitsunfähigkeit sollte man nie vorspielen. Am Ende kann man entlarvt als Simulant dastehen – und die Kündigung erhalten.

 

- Lädt der MDK vor, gehen Sie hin! Vor der MDK-Untersuchung sollte man keine Scheu haben.

 

- Wenn Sie sich unsicher sind: Lassen Sie sich von einem Arbeitsrechtler, am besten von einem Anwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten.

 

- Schreibt der MDK wieder gesund, sollte man so schnell wie möglich zu einem Facharzt gehen und sich erneut untersuchen lassen.

 

- Bestätigt der Facharzt die Arbeitsunfähigkeit, sollte man diese Einschätzung umgehend beim Arbeitgeber einreichen – und den Zugang beim Arbeitgeber im Nachhinein beweisen können.

- Bestätigt der MDK die Arbeitsunfähigkeit nicht, sollte man spätestens jetzt einen Anwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht aufsuchen und mit ihm die weiteren Schritte zum Erhalt des Arbeitsplatzes besprechen.



Wann schaltet der Arbeitgeber den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein? Arbeitsrechtler Bredereck erklärt es:


MDK eingeschaltet? Erfahren Sie mehr:

Verhaltenstipps von Fachanwalt Bredereck zur Vorladung und Untersuchung beim MDK:


Was Sie auch interessieren könnte:

Was, wenn der Arbeitgeber Fragen zur Krankheit stellt? Anwalt Bredereck hat diese Tipps:


Was, wenn der Arzt zur Kündigung rät? Fachanwalt Bredereck klärt auf:


Leser, die sich für MDK-Einschaltung interessieren, interessiert auch:



Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) steht bevor?


Arbeitsunfähigkeit Kündigung