Aktuelles zu den Kriterien der Sozialauswahl bei einer betriebsbedingten Kündigung:

Kriterien für die Sozialauswahl bei einer betriebsbedingten Kündigung: Was hat sich geändert?
Abfindung Kündigungsschutz

Hat der Arbeitgeber bei einer betriebsbedingten Kündigung die Wahl zwischen mehreren Arbeitnehmern, muss er eine Sozialauswahl durchführen, er darf also grundsätzlich nur demjenigen kündigen, für den die Kündigung die geringste soziale Härte bedeuten würde. Diese "Sozialauswahl" wird durchgeführt anhand von Kriterien, nämlich Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Anzahl der Unterhaltspflichten und Grad der Schwerbehinderung. So steht es im Kündigungsschutzgesetz. Aktuelle Rechtsprechung verschiebt diese Kriterien zugunsten von jüngeren Arbeitnehmern. 

Grundsätzlich stehen alle Kriterien gleichberechtigt nebeneinander, aus den 4 Kriterien trägt man Sozialpunkte zusammen, dabei gilt: je älter ein Arbeitnehmer, desto stärker ist sein Kündigungsschutz, desto eher trifft den verhältnismäßig jüngeren Kollegen die betriebsbedingte Kündigung. Der Gedanke dahinter: Ältere Arbeitnehmer haben es schwerer auf dem Arbeitsmarkt, sie trifft die Arbeitslosigkeit besonders hart.

Das Bundesarbeitsgericht hat nun eine Ausnahme von dieser Regel geschaffen, und zwar mit einer Entscheidung vom 27.04.2017, Aktenzeichen 2 AZR 67/16. Das höchste deutsche Arbeitsgericht sagt dort: Wenn ein Arbeitnehmer Regelarbeitsrente beziehen kann, "punktet" er beim Kriterium Lebensalter nicht mehr im Verhältnis zu jüngeren Kollegen. Er würde, so die Argumentation der Bundesarbeitsrichter, wegen seiner Regelarbeitsrente "weich" fallen, anders als der relativ jüngere Kollege, den es viel härter treffen würde bei einer Arbeitslosigkeit. Arbeitnehmer mit Anspruch auf Regelarbeitsrente sind deshalb in Zukunft weniger geschützt durch die Sozialauswahl.

Was bedeutet das für die Kriterien der Sozialauswahl? Arbeitnehmer über 65 Jahre können das Kriterium Lebensalter nun regelmäßig nicht mehr für sich nutzen, aber: auf die anderen Kriterien hat das keine Auswirkung! Bei den anderen Kriterien punkten Arbeitnehmer mit Anspruch auf Regelarbeitsrente weiterhin uneingeschränkt!

Wem eine Sozialauswahl oder eine betriebsbedingte Kündigung bevorsteht, sollte sich so schnell, wie möglich beraten lassen. Sie sollten sich im Klaren darüber sein, wie stark Ihr Kündigungsschutz ist, wie die Aussichten Ihrer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht sind und wie hoch eine etwaige Abfindung ausfallen kann. Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck informiert darüber in einem kostenlosen Erstgespräch, telefonisch unter 030-4000 4999. Rufen Sie Fachanwalt Bredereck noch heute an und verbessern Sie Ihre Chancen auf Wiedereinstellung oder Abfindung!



Auch wichtig nach einer betriebsbedingten Kündigung:

Abfindung und Arbeitslosengeld

Betriebsbedingte Kündigung: Abfindung in Gefahr? Fragen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Bredereck: 030.40004999.
Fachanwalt Arbeitsrecht

Unter Umständen kann eine Abfindung von der Bundesagentur für Arbeit auf das Arbeitslosengeld (Alg I) angerechnet werden. Wenn der Arbeitgeber vor hat, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen, kann es vorkommen, dass er den Arbeitnehmern zuerst Auflösungsverträge anbietet, in dem sich beide Seiten auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses und eine Abfindung einigen. Dieses Vorgehen ist bei Unternehmen beliebt. Es schließt für sie das Risiko einer Kündigungsschutzklage aus, wo meist deutlich höhere Abfindungen gezahlt werden. Für den Arbeitnehmer bedeutet ein Auflösungsvertrag ein erhebliches Risiko.

 

Betriebsbedingte Kündigung, Abfindung und Arbeitslosengeld. Eine Abfindung, die man dem Arbeitnehmer im Zusammenhang mit einer betriebsbedingten Kündigung auszahlt, darf sich eigentlich nicht auswirken auf den Bezug von Arbeitslosengeld (Alg I). Eine Anrechnung der Abfindung auf das Arbeitslosengeld, beziehungsweise eine Teilanrechnung, ist grundsätzlich nur für Fälle vorgesehen, in denen man sich in einem Aufhebungsvertrag auf ein Beendigungszeitpunkt einigt, der vor der gesetzlich vorgesehenen Kündigungsfrist liegt. Wirtschaftliche Nachteile hat der Arbeitnehmer aber auch dann zu befürchten, wenn er für die Beendigung verantwortlich gemacht wird. Die Bundesagentur für Arbeit verhängt dann regelmäßig eine Sperrzeit von regelmäßig bis zu 12 Wochen. Das ist nicht nur bei einer fristlosen Kündigung, bei einer verhaltensbedingten Kündigung der Fall, sondern auch bei einer (nach außen hin freiwilligen) Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch einen Aufhebungsvertrag.

 

Betriebsbedingte Kündigung: Lohnt sich eine Kündigungsschutzklage? Oft bieten Arbeitgeber bei betriebsbedingten Kündigungen Abfindungen an - meistens im Rahmen eines Sozialplans. Da sie im Zusammenhang einer betriebsbedingten Kündigung gezahlt werden, lassen solche Abfindungen den Bezug von Arbeitslosengeld zwar unangetastet, da der Arbeitnehmer den Arbeitsplatzverlust nicht verursacht hat. Eine Sperrzeit braucht der gekündigte Arbeitnehmer deshalb regelmäßig nicht zu befürchten. Dennoch wird sich eine Kündigungsschutzklage in solchen Fällen häufig lohnen, da die Arbeitgeber vor Arbeitsgerichten oft erfahrungsgemäß deutlich höhere Abfindungen zahlen. Nicht selten verstoßen betriebsbedingte Kündigungen nämlich gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen. Der Arbeitgeber ist dann vor Gericht gezwungen, einer meist deutlich höheren Abfindung zuzustimmen, um dass Risiko auszuschließen, den Arbeitnehmer wieder einzustellen und gegebenenfalls viele Monate Lohn und Gehalt nachzahlen zu müssen.

 

Betriebsbedingte Kündigung: Fachanwalt berät und vertritt vor dem Arbeitsgericht. Wer vor einer betriebsbedingten Kündigung steht und dabei vor die Wahl gestellt wird, einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen, sollte sich möglichst schnell von einem ausgewiesenen und erfahrenen Experten im Arbeitsrecht beraten lassen. Nur ein erfahrener Spezialist - meistens ein Fachanwalt für Arbeitsrecht - kann über die für den Arbeitnehmer beste Vorgehensweise bei einer betriebsbedingten Kündigung aufklären. Wer schnell handelt und gut beraten ist, kann unter Umständen eine deutlich höhere Abfindung erhalten.


Kriterien der Sozialauswahl: Wissenswertes in Kürze:

Sozialauswahl-Verhaltensbedingte Kündigung

Erfahren Sie mehr über Sozialauswahl, Sperrzeit, verhaltensbedingte Kündigung: von Anwalt Bredereck.
Arbeitsgericht Abfindung

Sozialauswahl. Bei einer betriebsbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber unter den für eine Kündigung in Frage kommenden Mitarbeitern eine Sozialauswahl durchführen. Das Kündigungsschutzgesetz nennt die 4 Kriterien der Sozialauswahl: Dauer der Betriebszugehörigkeit, Alter, Unterhaltspflichten und Grad der Behinderung. Wenn der Arbeitgeber die Sozialauswahl falsch durchführt, ist die Kündigung unwirksam und der Arbeitnehmer hat eine sehr gute Chance auf eine unter Umständen hohe Abfindung. Ein Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht bewertet die Sozialauswahl und sagt Ihnen, wann sich eine Kündigungsschutzklage lohnt.

 

Sperrzeit. Bei einigen Kündigungen (verhaltensbedingte oder fristlose Kündigung) kann der Arbeitnehmer auch noch das Pech haben, von der Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit aufs Auge gedrückt zu bekommen. Bei einer Sperrzeit ist der Bezug von Arbeitslosengeld I nach Ende des Arbeitsverhältnisses für 12 Wochen gesperrt. Das kann der Arbeitnehmer vermeiden, wenn er rechtzeitig Kündigungsschutzklage eingereicht. Ein erfahrener Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht achtet darauf, dass nach Kündigungsschutzklage und Abfindungsvergleich keine Sperrzeit verhängt wird.

 

Verhaltensbedingte Kündigung. Eine verhaltensbedingte Kündigung beruht auf einer arbeitsvertraglichen Pflichtverletzung des Mitarbeiters. Eine wichtige Hürde für den Chef: die Abmahnung. Ohne Abmahnung ist die verhaltensbedingte Kündigung fast immer unwirksam. Manchmal sind mehrere Abmahnungen nötig. Lassen Sie Ihre verhaltensbedingte Kündigung und – wenn vorhanden – Ihre Abmahnung(en) von einem erfahrenen Spezialisten prüfen. Er wird Ihnen sagen, ob sich eine Kündigungsschutzklage lohnt und welche Abfindung für Sie drin ist.

Was ist eine Abfindung? Fachanwalt Bredereck erklärt es - kurz und knapp: