Von der Kündigung zum Neuanfang mit Abfindung

Abfindung Arbeitsgericht

Eine Kündigung empfindet der betroffene Arbeitnehmer zunächst vor allem als Niederlage. Emotionen dominieren: Enttäuschung, Wut, Zukunftssorgen sind nur einige der verständlichen Reaktionen auf den Erhalt eines Kündigungsschreibens. Doch ist jetzt vor allem ein klarer Kopf gefragt. Das Ziel ist ein erfolgreicher Neuanfang.

 

Der erste Schritt: Hohe Abfindung, (sehr) gutes Arbeitszeugnis, andere Ansprüche. Nach seiner Entlassung muss der Arbeitnehmer um eine möglichst hohe Abfindungssumme und um die Durchsetzung seiner anderen Ansprüche und Wünsche kämpfen. In den allermeisten Fällen wird der Arbeitgeber freiwillig keine oder nur eine vergleichsweise geringe Abfindung zahlen. Auch das Arbeitszeugnis wird eher schwach ausfallen. Um die Zahlung übriger Ansprüche wird sich häufig gedrückt. 

 

Kündigungsschutzklage. Das Arbeitsrecht schützt den gekündigten Arbeitnehmer besonders dann, wenn er in einem Betreib mit regelmäßig mehr als 10 Mitarbeitern mindestens für die Dauer eines halben Jahres beschäftigt war. Dann benötigt der Arbeitgeber laut Arbeitsrecht und Gesetz einen sogenannten Kündigungsgrund. Die Voraussetzungen einer betriebsbedingten Kündigung, einer verhaltensbedingten Kündigung oder einer personenbedingten Kündigung müssen dann vorliegen. In diesem Fall ist dem Arbeitnehmer (fast) immer zu einem Gang vor das Arbeitsgericht zu raten. 

 

Nach Zugang des Kündigungsschreibens: Achtung, Fristen laufen! Nach Erhalt (juristisch präziser: nach Zugang) der Kündigung muss der Arbeitnehmer innerhalb von 3 Wochen eine Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht einlegen. Nach dieser Frist hat der Arbeitnehmer keine realistische Chance mehr auf eine hohe Abfindung. Auch ein (sehr) gutes Arbeitszeugnis wird der Arbeitgeber danach nicht mehr ausstellen wollen. 

 

Wegen Formmangels kann die Kündigung unverzüglich zurückgewiesen werden; und zwar wegen fehlender Vollmacht. Regelmäßig lässt das Arbeitsrecht dem Arbeitnehmer hierfür nur 2-3 Tage Zeit. 

 

Ohne Klage kein Druckmittel. Nur im Kontext einer Kündigungsschutzklage sind die Parteien, sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Augenhöhe, dies jedoch regelmäßig nur dann, wenn der Arbeitnehmer durch einen erfahrenen, versierten Arbeitsrechtler vertreten wird. Mit einem versierten Spezialisten, am besten einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, kann der Arbeitnehmer vor Gericht die Oberhand haben und ein attraktives Abfindungspacket verhandeln.