Abfindung - Häufig gestellte Fragen

Abfindung gewünscht? Mit einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht, so erreichen Sie regelmäßig Ihr Ziel.
Anwalt Arbeitsrecht

Was ist eine Abfindung? Eine Abfindung nennt man die Zahlung einer Geldsumme durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer im Fall einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Die Abfindung ist "Ausgleich" oder "Entschädigung" für die für den Arbeitnehmer mit einer Kündigung verbundenen Nachteile. 

 

Wann erhält der gekündigte Arbeitnehmer eine Abfindung? Im Fall einer Kündigung erhält der Arbeitnehmer eine Abfindung regelmäßig nur dann, wenn er innerhalb der Klagefrist von 3 Wochen Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht einreicht. Er sollte auch einen möglichst guten Kündigungsschutz genießen. Weitere Informationen hierzu: Gibt es einen Anspruch auf Abfindung?

 

Wie hoch ist die Abfindung? Die Abfindungen, die vor Arbeitsgerichten verhandelt werden, sind unterschiedlich hoch und hängen meistens von der Klageaussicht der Kündigungsschutzklage ab. Die Summe reicht von einem halben Bruttomonatsgehalt bis 2-3 Bruttomonatsgehältern für jedes Jahr, in dem der Arbeitnehmer im Betrieb beschäftigt war. In Einzelfällen und bei geschickter Verhandlung kann die Abfindung deutlich höher ausfallen.

 

Rechnet die Bundesagentur für Arbeit die Abfindung auf das Arbeitslosengeld an? Regelmäßig kommt es darauf an, ob Kündigungsschutzklage eingereicht wurde. Wenn ja, dann findet eine Anrechnung der Abfindung üblicherweise nicht statt. Vor dem Arbeitsgericht müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darauf geeinigt haben, dass der Arbeitnehmer für den Jobverlust nicht verantwortlich ist (wie etwa bei einer fristlosen Kündigung, einer verhaltensbedingten Kündigung oder bei einem Auflösungsvertrag). 

 

Kann die Abfindung eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld bewirken? Auch hier gilt: Wenn die Abfindung nach der Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht als Teil eines gerichtlichen Abfindungsvergleichs ausgezahlt wird und deutlich wird, dass der Arbeitnehmer nicht selbstverschuldet arbeitslos geworden ist, droht regelmäßig keine Sperrzeit.


Die wichtigsten Fragen zur Abfindung, erklärt von Fachanwalt Alexander Bredereck:


Kündigung - Häufig gestellte Fragen

Kündigung: Informieren Sie sich beim Experten für Arbeitsrecht, Fachanwalt Alexander Bredereck.
Kündigungsschutzklage Anwalt

Was ist eine Kündigung? Eine Kündigung ist eine Mitteilung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, die das Arbeitsverhältnis zwischen ihnen beendigt. 

 

Welche Form muss die Kündigung haben? Eine Kündigung ist nur dann wirksam, wenn sie in Schriftform mitgeteilt wird. Eine mündlich ausgesprochene Kündigung ist nicht möglich. Durch Email oder Fax kann ebenfalls nicht gekündigt werden – sie entsprechen nicht der Schriftform. Eine Kündigung muss schriftlich auf Papier geschrieben (maschinenschriftlich oder handschriftlich) und eigenhändig unterschrieben sein. 

 

Wann ist eine Kündigung unwirksam? Eine Kündigung ist unwirksam, wenn sie das Arbeitsgericht bei einer Kündigungsschutzklage für unwirksam erklärt. Das ist regelmäßig der Fall, wenn die Kündigung gegen Bestimmungen des Arbeitsrechts verstößt. 

 

Was ist ein Kündigungsschreiben? Ein Kündigungsschreiben ist die schriftliche Formulierung der Kündigung. Nur als eigenhändig unterschriebenes Schreiben ist die Kündigung wirksam. 

 

Muss der Arbeitgeber den Kündigungsgrund im Kündigungsschreiben angeben? Der Arbeitgeber muss den Kündigungsgrund nicht im Kündigungsschreiben angeben. Im Kündigungsschutzprozess dagegen schon. Dort muss der Arbeitgeber den Kündigungsgrund darlegen und beweisen, wenn er will, dass die Kündigung vor dem Urteil des Arbeitsrichters besteht. 

 

Was bedeutet „Zugang des Kündigungsschreibens“? Zugang des Kündigungsschreibens bedeutet, dass das Schreiben in den Machtbereich des Arbeitnehmers gelangt. Meistens wird das Schreiben persönlich überreicht. Dann ist es natürlich im "Machtbereich" des Arbeitnehmers. Dasselbe gilt aber auch, wenn das Kündigungsschreiben in den Briefkasten des Arbeitnehmers geworfen wird. 

 

Sollte (oder muss) der Arbeitnehmer den Empfang des Kündigungsschreibens gegenzeichnen? Häufig wird dem Arbeitnehmer das Kündigungsschreiben mit der Bitte um eine Unterschrift vorgelegt. Dabei wird darauf hingewiesen, dass der Mitarbeiter mit seiner Unterschrift nur den Empfang quittiert. Solche Unterschriften haben den Zweck, den Zugang des Schreibens zu beweisen. Wichtig ist das vor allem für die Frage, ob eine Kündigungsschutzklage fristgemäß eingereicht wurde. Generell gilt: Kein Arbeitnehmer muss dieses Schreiben unterschreiben. Wenn der Arbeitnehmer sowieso in den kommenden Tagen (fristgemäß!) Kündigungsschutzklage einreicht, macht es keinen Unterschied, ob er den Empfang quittiert.


Kündigungsschutzklage - Häufig gestellte Fragen

Kündigungsschutzklage: Wehren Sie sich gegen die Kündigung, streben Sie eine hohe Abfindung an, mit einem Fachanwalt!
Anwalt Arbeitsrecht

Was ist eine Kündigungsschutzklage? Eine Kündigungsschutzklage ist eine Klage eines Arbeitnehmers gegen seine Kündigung vor dem Arbeitsgericht. Geklagt wird auf Weiterbeschäftigung. Der Arbeitgeber zahlt dort allerdings regelmäßig eine Abfindung, um die Weiterbeschäftigung zu vermeiden. Die Höhe der Abfindung hängt regelmäßig von den Klageaussichten der Kündigungsschutzklage ab. 

 

Welche Frist gilt für die Kündigungsschutzklage? Der Arbeitnehmer kann nur innerhalb einer Frist von 3 Wochen Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht einreichen.

 

Wann beginnt die 3-Wochen-Frist für die Erhebung einer Kündigungsschutzklage? Ausschlaggebend für den Fristbeginn ist der Zugang des Kündigungsschreibens beim Arbeitnehmer, üblicherweise wenn der Arbeitnehmer das Kündigungsschreiben überreicht. Wird das Kündigungsschreiben per Post oder per Boten versandt, zählt der Zugang im Machtbereich des Arbeitnehmers (zB der Briefkasten). Gezählt wird die Frist ab Beginn des folgenden Tages. 

 

Wann ist dem Arbeitnehmer zu einer Kündigungsschutzklage zu raten? In den meisten Fällen kann man nur dazu raten, nach der Kündigung eine Kündigungsschutzklage einreichen. Der gekündigte Arbeitnehmer bewahrt sich damit die Chance auf eine hohe Abfindung. Auch ein gutes (oder sehr gutes) Arbeitszeugnis kann das Ziel sein, sowie die Durchsetzung anderer noch offener Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis.

 

Was kostet eine Kündigungsschutzklage? Da vor den Arbeitsgerichten erster Instanz die Parteien ihre außergerichtlichen Kosten (z.B. Rechtsanwaltskosten) selbst tragen, sind die Kosten einer Kündigungsschutzklage übersichtlich. Die Kosten des (Fach)Anwalts und des Gerichts hängen vom Einkommen des gekündigten Arbeitnehmers ab, sowie vom Umfang der mit der Kündigungsschutzklage eingeforderten Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis.  

 

Muss ein Anwalt für die Kündigungsschutzklage beauftragt werden? Vor den Arbeitsgerichten ist eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht nicht notwendig. Wegen der Komplexität des deutschen Arbeitsrechts und wegen der Bedeutung der Vergleichsverhandlungen für die Höhe der Abfindung ist anwaltlicher Beistand – durch einen erfahrenen Spezialisten, wie einem Fachanwalt für Arbeitsrecht – jedoch unbedingt ratsam.


Fachanwalt für Arbeitsrecht - Häufig gestellte Fragen

Fachanwalt für Arbeitsrecht: Spezialist im Arbeitsrecht, vertritt erfahren vor Arbeitsgerichten bundesweit.
Abfindung Anwalt

Was ist ein Fachanwalt für Arbeitsrecht? Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht ist ein Rechtsanwalt, der über besondere Expertise im Arbeitsrecht verfügt, einen umfangreichen und examinierten Fortbildungskurs im Arbeitsrecht absolviert hat und über besonders große Gerichts- und Beratungserfahrung als Anwalt vor den Arbeitsgerichten verfügt und diese Erfahrung fortlaufend nachweisen kann.  

 

Kostet es mehr, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu beauftragen, als einen Rechtsanwalt ohne Bezeichnung als Fachanwalt? Grundsätzlich nicht, da die Gebührenordnung für Rechtsanwälte keine besonderen Vorschriften für Fachanwälte vorsieht. Die Kosten des (Fach-, oder Rechts-)Anwalts werden in der Gebührenordnung ausschließlich nach dem Streitwert in sogenannten Streitwerttabellen ermittelt. Jeder Rechtsanwalt kann allerdings – ob Fachanwalt für Arbeitsrecht oder nicht – individuelle Vergütungsvereinbarungen mit seinem Mandanten treffen. Kündigungsschutzklagen werden in aller Regel nach der Streitwerttabelle abgerechnet, Vergütungsvereinbarungen kommen so gut wie nicht vor.

 

Macht es Sinn, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu beauftragen? Ganz eindeutig ja! Jeder Anwalt ist durch seine Ausbildung grundsätzlich dazu in der Lage, einen gekündigten Arbeitnehmer gut vor dem Arbeitsgericht zu vertreten. Für den Fachanwalt für Arbeitsrecht spricht aber folgendes: Der hohe Spezialisierungsgrad des Arbeitsrechts und die besondere Bedeutung von Vergleichsverhandlungen für die Höhe der Abfindung (worauf die meisten Kündigungsprozesse hinauslaufen). Ein Arbeitnehmer ist deshalb gut damit beraten, seine Kündigungsschutzklage von einem hierin erfahrenen Fachanwalt für Arbeitsrecht führen zu lassen. Generell gilt: Ein in Kündigungsschutzklagen erfahrener Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht wird in arbeitsgerichtlichen Verhandlungen regelmäßig viel mehr erreichen, als ein unerfahrener Beistand. Das Arbeitsrecht ist eine komplexe Rechtsmaterie, die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist so wichtig, wie unübersichtlich und die Verhandlungen um eine hohe Abfindung gleichen Pokerspielen, wo der Anwalt starke Nerven braucht.


Abmahnung - Häufig gestellte Fragen

Abmahnung: Fragen Sie Fachanwalt Bredereck, was jetzt der klügste Schritt ist, wie Sie Ihre Interessen wahren.
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Was ist eine Abmahnung? Eine Abmahnung ist eine Verwarnung. Der Arbeitgeber bemängelt darin arbeitsvertragswidriges Verhalten eines Mitarbeiters und fordert ihn auf, sich in Zukunft so zu verhalten, wie es die Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis erfordern und das bemängelte Verhalten nicht zu wiederholen. In der Abmahnung wird auch die Konsequenz für wiederholtes Fehlverhalten genannt: die Kündigung des Arbeitsverhältnisses. 

 

Was führt zur Unwirksamkeit einer Abmahnung? In der Abmahnung muss der Arbeitgeber das beanstandete Verhalten genau beschreiben. Der Mitarbeiter muss aufgrund der Abmahnung ein klares Bild davon haben, was ihm vorgeworfen wird und was die Konsequenz ist, wenn er das Verhalten wiederholt (z.B. eine Kündigung). Formuliert der Arbeitgeber unklar, führt das regelmäßig zur Unwirksamkeit der Abmahnung. Bemängelt der Chef in der Abmahnung mehrere Verhaltensweisen, führt die unklare Formulierung einer Pflichtverletzung zur Unwirksamkeit der Abmahnung insgesamt. 

 

Welche Folgen hat eine unwirksame Abmahnung? Wenn eine Kündigung auf einer unwirksamen Abmahnung aufbaut, steigen die Klageaussichten einer Kündigungsschutzklage erheblich. Dann kann der Arbeitnehmer mit einer deutlich höheren Abfindung rechnen.

Mehr Informationen zum Thema Abmahnung? Einen Ratgeber Abmahnung im Arbeitsrecht finden Sie unter Abmahnung.org.




Sperrzeit - Häufig gestellte Fragen

Sperrzeit: Wie Sie sie vermeiden, wie Sie Ihr Arbeitslosengeld sichern, und eine Abfindung, sagt Ihnen Fachanwalt Bredereck.
Abfindung Anwalt

Was ist eine Sperrzeit? Eine Sperrzeit ist eine „Strafe“, die die Bundesagentur für Arbeit zu Lasten des gekündigten Arbeitnehmers verhängt. Bei einer Sperrzeit wird dem arbeitslos gewordenen Mitarbeiter nach der Kündigung für 12 Wochen kein Arbeitslosengeld (Alg I) ausgezahlt.

 

Wann droht dem gekündigten Arbeitnehmer eine Sperrzeit? Eine Sperrzeit auf den Bezug des Arbeitslosengeldes wird grundsätzlich dann verhängt, wenn der Arbeitnehmer freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet (Eigenkündigung oder Achtung! Aufhebungsvertrag) oder seine Kündigung durch sein Verhalten verursacht hat (zB bei einer verhaltensbedingten oder fristlosen Kündigung). Wer sicher gehen will, sollte grundsätzlich Kündigungsschutzklage erheben und vor dem Arbeitsgericht einen entsprechend formulierten Abfindungsvergleich schließen. 

 

Was muss man tun, um eine Sperrzeit zu vermeiden? Um eine Sperrzeit zu vermeiden, sollte man sich möglichst früh von einem erfahrenen Spezialisten, am besten von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, beraten lassen. Ein Fachanwalt weiß genau, wie ein Abfindungsvergleich vor Gericht formuliert werden muss, um zu vermeiden, dass die Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit verhängt oder eine Anrechnung der Abfindung auf das Arbeitslosengeld vornimmt. 


Was müssen Arbeitnehmer nach der Kündigung beachten, um eine Sperrzeit zu vermeiden? Fachanwalt Bredereck erklärt:


Kündigungsgründe - Häufig gestellte Fragen

Betriebsbedingte Kündigung Sozialauswahl
Anwalt Arbeitsrecht

Was ist ein Kündigungsgrund? Als "Kündigungsgrund" bezeichnet man die Begründung des Arbeitgebers für die Kündigung. Wenn die Rechtmäßigkeit einer Kündigung nach dem Kündigungsschutzgesetz beurteilt wird, kann ein Kündigungsgrund nur verhaltensbedingt, personenbedingt oder betriebsbedingt sein. Ein Kündigungsgrund ist nur dann wirksam – und somit als Begründung für die Kündigung ausreichend –, wenn die arbeitsrechtlichen Vorgaben (wie z.B. im Kündigungsschutzgesetz, in anderen Normen des Arbeitsrechts oder der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts) erfüllt sind. 

 

Muss jede Kündigung einen Kündigungsgrund haben? Grundsätzlich muss jede Kündigung einen wirksamen Kündigungsgrund haben. Wenn das Kündigungsschutzgesetz für einen bestimmten Fall nicht gilt, darf ein Mitarbeiter ausnahmsweise ohne bestimmten Grund (z.B. in der Probezeit) gekündigt werden. Die Kündigung darf dabei allerdings nicht treuwidrig oder diskriminierend sein.

 

Aus welchen Gründen darf der Arbeitgeber kündigen? In erster Linie kommt es auf die Umstände des Arbeitsverhältnisses an. Erstens: Befindet sich der Beschäftigte noch in der Probezeit? Zweitens: Handelt es sich um einen Kleinbetrieb mit bis zu 10 Mitarbeitern? Wenn ja, ist eine Kündigung in der Regel ohne besonderen Grund möglich. In allen anderen Fällen gilt: Eine Kündigung ist regelmäßig nur verhaltensbedingt, fristlos, personenbedingt oder betriebsbedingt zulässig.

 

Was ist eine verhaltensbedingte Kündigung? Bei einer verhaltensbedingten Kündigung wird dem Mitarbeiter ein bestimmtes Verhalten vorgeworfen und ihm deswegen gekündigt. In fast allen Fällen ist die Kündigung nur im Wiederholungsfall statthaft und wenn dieses Verhalten zuvor durch den Arbeitgeber abgemahnt wurde. 

 

Was ist eine personenbedingte Kündigung? Bei einer personenbedingten Kündigung beruht die Kündigung auf einem Grund, der zwar persönlich mit dem Beschäftigten zusammenhängt, den der Mitarbeiter aber nicht schuldhaft verursacht hat. Das ist meistens bei einer Krankheit der Fall oder wenn der Mitarbeiter - aus welchen Gründen auch immer - unverschuldet dauerhaft deutlich weniger oder gar keine Arbeitsleistung mehr bringen kann. 

 

Was ist eine betriebsbedingte Kündigung? Eine betriebsbedingte Kündigung ist eine Kündigung, die auf wirtschaftlichen Erwägungen des Arbeitgebers beruht. Der Arbeitgeber ist grundsätzlich befugt dazu, muss aber eine Reihe von Schutzvorschriften zugunsten des Arbeitnehmers (zB die Sozialauswahl) beachten, die im Kündigungsschutzgesetz für den Fall einer betriebsbedingten Kündigung vorgesehen sind.

 

Was bedeutet Sozialauswahl und wann wird sie angewendet? Die Sozialauswahl findet bei einer betriebsbedingten Kündigung statt und bedeutet, dass der Arbeitgeber zwischen den für eine Entlassung in Frage kommenden Mitarbeitern denjenigen auswählen muss, den eine Kündigung am wenigsten hart trifft. 

 

Was sind die Kriterien der Sozialauswahl? Bei der Sozialauswahl muss der Arbeitgeber folgendes berücksichtigen: 1. die Dauer der Betriebszugehörigkeit, 2. die Unterhaltspflichten, 3. das Alter, 4. den Familienstand, 5. einen Grad der Schwerbehinderung. Das bedeutet, dass ein lediger Mitarbeiter ohne Unterhaltspflichten und ohne einen Grad der Behinderung, der auch noch vor kurzem eingestellt wurde, bei einer wirtschaftlich sinnvollen Entlassungswelle vor dem älteren verheirateten Familienvater gekündigt werden muss. Im Einzelfall ist eine korrekte Sozialauswahl sehr schwierig. Vor dem Arbeitsgericht bieten Arbeitgeber regelmäßig hohe Abfindungen an, um einer Entscheidung des Richters über die Rechtmäßigkeit der Sozialauswahl aus dem Weg zu gehen.

 

Was ist eine fristlose Kündigung? Eine fristlose Kündigung ist eine Kündigung, bei der die gesetzliche Kündigungsfrist nicht eingehalten werden muss. Der Mitarbeiter wird - salopp gesagt - von jetzt auf gleich vor die Tür gesetzt. Eine fristlose Kündigung ist nur nach besonders schwerwiegenden Verstößen gegen die Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis möglich. 

 

Darf der Arbeitgeber wegen Krankheit kündigen? Wegen Krankheit darf der Arbeitgeber nur unter sehr strengen Voraussetzungen kündigen. Diese sind: Der Mitarbeiter ist länger als ein Jahr dauerhaft krankgeschrieben; über Jahre ist der Mitarbeiter jedes Jahr mehr als sechs Wochen krankgeschrieben; die Arbeitsleistung des Mitarbeiters ist dauerhaft wegen einer Erkrankung um mehr als 30% gemindert. Erfahrungsgemäß tun sich Arbeitgeber sehr schwer, die Rechtmäßigkeit einer Kündigung wegen Krankheit vor den Arbeitsgerichten nachzuweisen. Bei Kündigungsschutzklagen zahlen Arbeitgeber regelmäßig sehr hohe Abfindungen, um einen "dauerkranken" Mitarbeiter loszuwerden. 


Kündigungsschutz - Häufig gestellte Fragen

Ein starker Kündigungsschutz erhöht die Chancen einer Kündigungsschutzklage, und auf eine hohe Abfindung.
Anwalt Abfindung

Was ist das Kündigungsschutzgesetz? Das Kündigungsschutzgesetz schützt Arbeitnehmer vor unberechtigten Kündigungen und vor der strukturellen Überlegenheit des Arbeitgebers. Es regelt die gesetzlichen Voraussetzungen, unter denen eine Kündigung zulässig ist. Das Kündigungsschutzgesetz sieht nur die verhaltensbedingte, die betriebsbedingte und die personenbedingte Kündigung vor und nennt die Einschränkungen und Hürden, die der Arbeitgeber bei der Kündigung beachten muss. 

 

Wen schützt das Kündigungsschutzgesetz? Das Kündigungsschutzgesetz gilt zum Schutz derjenigen Arbeitnehmer, die 1.) in einem Betrieb mit regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmern beschäftigt sind und 2.) deren Arbeitsverhältnis bereits mindestens 6 Monate läuft. Viel häufiger, als man meinen sollte, ist vor Arbeitsgerichten hoch umstritten, wieviel Arbeitnehmer eigentlich in dem Betrieb beschäftigt sind. Die stundenweise beschäftigte Haushalts- oder Reinigungskraft kann durchaus entscheidend sein für die Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes und damit für die Aussichten der Kündigungsschutzklage, und damit letztendlich für die Höhe der Abfindung.

 

Welche Gruppen sind vor einer Kündigung besonders geschützt? Besonderen Kündigungsschutz genießen Schwerbehinderte, Schwangere, Eltern in Elternzeit und Angehörige des Betriebsrats. Eine Kündigung, die vor einem Arbeitsgericht bestand haben könnte, ist in diesen Fällen praktisch kaum möglich. Nach einer Kündigungsschutzklage sind besonders in diesen Fällen hohe Abfindungen die Regel. 


Arbeitsgericht - Häufig gestellte Fragen

Prozesse vor dem Arbeitsgericht: Arbeitnehmerfreundlich und mit relativ geringem Kostenrisiko.
Anwalt Arbeitsrecht

Was sind Arbeitsgerichte und wofür sind sie zuständig? Arbeitsgerichte sind besondere Gerichte, die für Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus dem Arbeitsverhältnis zuständig sind. Arbeitsgerichte sind für Kündigungsschutzklagen, für Klagen auf Arbeitslohn, wegen Arbeitszeugnissen, Arbeitszeit, Urlaubsreglungen, Überstundenausgleich, etc. zuständig. 

 

Warum gibt es Arbeitsgerichte? Arbeitsgerichte sind, wie ein großer Teil der arbeitsrechtlichen Gesetze und Normen, vom Gesetzgeber vorwiegend zum Schutz des Arbeitnehmers eingerichtet worden. Vor einem normalen Zivilgericht (Amtsgericht oder Landgericht) ist der Richter neutral und behandelt alle beteiligten Konfliktparteien gleich. Vor dem Arbeitsgericht hat der Richter die Aufgabe, die strukturell schwächere Position des Arbeitnehmers zu berücksichtigen und ihn vor Ungerechtigkeiten des Arbeitgebers zu schützen. Das erhöht die Aussichten einer Kündigungsschutzklage und damit auch die Chancen auf eine hohe Abfindung.

 

Welches Arbeitsgericht ist zuständig? Regelmäßig ist das Arbeitsgericht des Gerichtsbezirks zuständig, in dem der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung erbringt, üblicherweise der Betriebssitz des Arbeitgebers. 

Was kostet ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht? Das hängt ab von dem Streitwert und wird berechnet nach einer Gerichtskostentabelle. Die Gerichtskosten sind vor dem Arbeitsgericht niedriger, als vor anderen Gerichten, und auch aus anderen Gründen sind Verfahren vor dem Arbeitsgericht verhältnismäßig günstig und geringer im Risiko: Wenn beispielsweise ein Arbeitnehmer Kündigungsschutzklage einlegt, wird die Klage in jedem Fall zugestellt, unabhängig davon, ob er die Gerichtskosten eingezahlt hat. Und die Gerichtskosten entfallen, wenn man sich vor Gericht vergleicht, was meistens geschieht, denn fast alle Fälle vor Arbeitsgerichten enden mit einem Abfindungs-Vergleich. Lesen Sie mehr über Prozesskosten und Anwaltskosten vor Arbeitsgerichten, mit Rechenbeispielen.