Was kostet eine Kündigungsschutzklage?

Fachanwalt Kündigung Arbeitsgericht

Arbeitsgericht: Überschaubares Klagerisiko.

Die Kosten einer Klage gegen die Kündigung vor dem Arbeitsgericht sind gut planbar. Gleich, wie das Gericht entscheidet: Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen für ihre sogenannten außergerichtlichen Kosten, also vor allem die Kosten des Anwalts, selbst aufkommen. Mit anderen Worten: Selbst wenn der Arbeitnehmer vor Gericht gewinnt, kann er die Kosten seines Rechtsanwalts dem Arbeitgeber nicht in Rechnung stellen. Wenn er verliert, ist das Klagerisiko überschaubar: Die Kosten der Gegenseite muss er nicht ersetzen. 

 

Kündigungsschutzklage: Lohnt es sich?

Wer das Glück hat, eine Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrecht abgeschlossen zu haben, zahlt nur die dort vereinbarte Selbstbeteiligung – regelmäßig zwischen 150-500 €. Wenn die Prozesskostenhilfe einspringt – erfahrungsgemäß ab einem Nettogehalt (Mietkosten mitgerechnet) von 800 €, dann übernimmt der Staat die Kosten des Rechtsanwalts oder Fachanwalts. Dass sich eine Arbeitsgerichts-Klage gegen die Kündigung in solchen Fällen regelmäßig lohnt, versteht sich von selbst. Wenn mit fachanwaltlicher Hilfe eine hohe Abfindung erreicht wird, lohnt sich eine Kündigungsschutzklage auch. Abfindung, gutes oder sehr gutes Arbeitszeugnis und andere Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis liegen regelmäßig weit über den Anwalts- und Prozesskosten. 

 

Wie berechnen sich die Kosten der Kündigungsschutzklage?

Die Kosten des Arbeitsgerichts („Gerichtsgebühr“) und die Rechtsanwaltskosten („Anwaltsgebühr“) bemessen sich nach dem sogenannten Streitwert. Bei einer Kündigungsschutzklage bestimmt sich der Streitwert nach dem dreifachen Bruttomonatsgehalt des entlassenen Arbeitnehmers. Wenn es auch um andere Ansprüche geht (Arbeitsentgelt, Überstundenvergütung, Arbeitszeugnis etc.), erhöht sich der Streitwert entsprechend.

 

Anwalts- und Gerichtskosten Beispiel 1:

Bruttomonatsgehalt vor Kündigung: 2000 € ergibt einen Streitwert der Kündigungsschutzklage von 6000 € (3 x 2000). Nach der anwaltlichen Gebührentabelle, die für Rechtsanwälte und Fachanwälte gleichermaßen gilt, ergibt das eine „Gebühr“ von 1005,55 € (inklusive 19 % MwSt.). Die Gerichtskosten des Arbeitsgerichts sind nach Gerichtskostentabelle 272 €. Das Kostenrisiko ist insgesamt 1397,55 € (1005,55 € Anwaltskosten plus 272 € Gerichtskosten). 

 

Anwalts- und Gerichtskosten Beispiel 2:

Bruttomonatsgehalt vor Kündigung: 4000 € ergibt einen Streitwert der Kündigungsschutzklage von 12.000 € (3 x 4000). Die Anwaltsgebühr ist dann 1588,65 €, die Gerichtsgebühr 392 €, Gesamtkosten 1980,65 € für eine Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht. 

 

Vergleich vor dem Arbeitsgericht.

Häufig kommt es zu einer Einigung vor dem Arbeitsgericht. In einem „Vergleich“ einigen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber beispielsweise auf die Zahlung einer Abfindung, die Abfassung eines sehr guten Arbeitszeugnisses und die (endgültige) Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Schweigepflicht, Konkurrenzschutz und Herausgabe von Dokumenten können ebenfalls vom Vergleich umfasst sein. Durch den Vergleich erhöhen sich die Anwaltskosten. Gleichzeitig entfallen die Gerichtskosten im Fall eines Vergleichs. Einen Abfindungsvergleich schließt man nur dann, wenn er sich auszahlt. 

 

Grundsätzlich gilt: Die Abfindung, die sich mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht oder Rechtsanwalt erstreiten lässt, liegt regelmäßig vielfach über dem Bruttomonatsgehalt vor der Kündigung. Die Klage vor dem Arbeitsgericht ist daher fast immer ein Gewinn.