Sich gegen eine Kündigung wehren!

Kündigung: Rat beim Fachanwalt für Arbeitsrecht
Kündigung Fachanwalt

Eine gekündigte Arbeitnehmerin durchläuft eine Welle der Emotionen: Enttäuschung, Wut und Angst sind die ersten Reaktionen auf eine Kündigung. Emotionen sind verständlich, aber als Ratgeber und Richtschnur nicht sinnvoll. Ganz wichtig ist es, klar und gefasst die weiteren Schritte zu entscheiden. 

 

Ziel: Abfindung durchsetzen, Ansprüche durchsetzen. In den allermeisten Fällen will eine gekündigte Arbeitnehmerin nicht mehr in den Betrieb zurückkehren. Es kann der Arbeitnehmerin jetzt sinnvoller Weise nur um eine möglichst hohe Abfindung, um ein (sehr) gutes Arbeitszeugnis und um die Durchsetzung übriger Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis gehen, etwa wegen Überstundenvergütung, Sonderzahlungen, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Resturlaub etc. 

 

Wann lohnt sich eine Kündigungsschutzklage? Sollte der Arbeitgeber für die Rechtmäßigkeit einer Kündigung einen sogenannten Kündigungsgrund benötigen, ist eine Klage vor dem Arbeitsgericht in fast allen Fällen ratsam. Das Arbeitsrecht sieht vor, dass ein Kündigungsgrund vorliegen muss, wenn im Betrieb regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt werden (kein Kleinbetrieb) und das Arbeitsverhältnis der gekündigten Arbeitnehmerin bereits ein halbes Jahr bestanden hat. Dann ist die Kündigung nur als betriebsbedingte, verhaltensbedingte oder als personenbedingte Kündigung zulässig. Für die Kündigungsschutzklage läuft eine Frist, die die Arbeitnehmerin unbedingt einhalten muss. 

 

Nach Kündigung Frist versäumt? Abfindung verschenkt! 3-Wochen-Frist: Nach Zugang der Kündigung muss die Arbeitnehmerin innerhalb von 3 Wochen Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Da in Abwesenheit eines Sozialplans grundsätzlich kein Abfindungsanspruch besteht, wird der Arbeitgeber nach Ablauf der 3-Wochen-Frist nicht mehr geneigt sein, die Arbeitgeberin abzufinden. Der Arbeitnehmerin fehlt dann schlicht das Druckmittel einer Klage. Auch ein (sehr) gutes Arbeitszeugnis wird sie dann eher nicht mehr erhalten. 

 

2-3-Tagesfrist: Die Kündigung kann Formfehler enthalten. Wegen mangelnder Vollmacht kann eine Kündigung zurückgewiesen werden – dies aber nur innerhalb sehr kurzer Frist („unverzüglich“), in der Regel nur innerhalb von 2-3 Tagen. 

 

Hilfe vom Fachanwalt! Eine Kündigungsschutzklage sollte von einem erfahrenem Experten geführt werden. Es gelten strenge Fristen, kluge Prozess- und Verhandlungstaktik sind gefragt. Zu viel kann schief gehen, die Chance auf eine hohe Abfindung ist schnell vertan. Nach einer Kündigung sollte sie einen spezialisierten Arbeitsrechtler aufsuchen, am besten einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.