Sie haben die betriebsbedingte Kündigung erhalten? Häufig machen Arbeitgeber Fehler bei der Sozialauswahl, verstoßen mit der betriebsbedingten Kündigung gegen das Kündigungsschutzgesetz.


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Sozialauswahl. Bei einer betriebsbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber unter den für eine Kündigung in Frage kommenden Mitarbeitern eine Sozialauswahl durchführen. Das Kündigungsschutzgesetz nennt die 4 Kriterien der Sozialauswahl: Dauer der Betriebszugehörigkeit, Alter, Unterhaltspflichten und Grad der Behinderung. Wenn der Arbeitgeber die Sozialauswahl falsch durchführt, ist die Kündigung unwirksam und der Arbeitnehmer hat eine sehr gute Chance auf eine unter Umständen hohe Abfindung. Ein Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht bewertet die Sozialauswahl und sagt Ihnen, wann sich eine Kündigungsschutzklage lohnt.

 

Sperrzeit. Bei einigen Kündigungen (verhaltensbedingte oder fristlose Kündigung) kann der Arbeitnehmer auch noch das Pech haben, von der Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit aufs Auge gedrückt zu bekommen. Bei einer Sperrzeit ist der Bezug von Arbeitslosengeld I nach Ende des Arbeitsverhältnisses für 12 Wochen gesperrt. Das kann der Arbeitnehmer vermeiden, wenn er rechtzeitig Kündigungsschutzklage eingereicht. Ein erfahrener Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht achtet darauf, dass nach Kündigungsschutzklage und Abfindungsvergleich keine Sperrzeit verhängt wird.

 

Verhaltensbedingte Kündigung. Eine verhaltensbedingte Kündigung beruht auf einer arbeitsvertraglichen Pflichtverletzung des Mitarbeiters. Eine wichtige Hürde für den Chef: die Abmahnung. Ohne Abmahnung ist die verhaltensbedingte Kündigung fast immer unwirksam. Manchmal sind mehrere Abmahnungen nötig. Lassen Sie Ihre verhaltensbedingte Kündigung und – wenn vorhanden – Ihre Abmahnung(en) von einem erfahrenen Spezialisten prüfen. Er wird Ihnen sagen, ob sich eine Kündigungsschutzklage lohnt und welche Abfindung für Sie drin ist.


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Nach einer Kündigung ist eins klar: Eine hohe Abfindung wäre jetzt genau das richtige. Manchmal bietet sie der Arbeitgeber von sich aus an. Was oft übersehen wird, aber häufig vorkommen kann: Die Kündigung führt zu einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, die Bundesagentur für Arbeit rechnet die Abfindung auf das Arbeitslosengeld an. Ergebnis: Der gekündigte Mitarbeiter verliert einen Teil seiner hart verhandelten Abfindung. Wie vermeidet man das?

Sperrzeit – Was bedeutet das für das Arbeitslosengeld? Nach der Kündigung sind die meisten Arbeitnehmer arbeitslos. Je nachdem, wie lange das versicherungspflichtige Arbeitsverhältnis angedauert hat, erhält man 6-12, unter Umständen auch 24 Monate Arbeitslosengeld (Alg I). Wenn die Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit verhängt, erhält der arbeitslose Arbeitnehmer 12 Wochen kein Arbeitslosengeld.

 

Wann verhängt die Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit? Grundsätzlich verhängt die BA eine Sperrzeit, wenn der Arbeitnehmer für seine Arbeitslosigkeit „verantwortlich“ ist. Eine Sperrzeit ist wie eine „Strafe“ für die selbstverschuldete Arbeitslosigkeit; sie soll versicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse erhalten. Selbstverschuldet wäre die Arbeitslosigkeit zum Beispiel nach einer verhaltensbedingten Kündigung, einer fristlosen Kündigung, einer Eigenkündigung oder nach einem Aufhebungsvertrag. 

 

Wann droht eine Anrechnung der Abfindung? Wenn ein Mitarbeiter einen Aufhebungsvertrag mit Abfindungszahlung aushandelt, kann es passieren, dass die Bundesagentur nicht nur eine Sperrzeit verhängt, sondern die Abfindung auf das restliche Arbeitslosengeld anrechnet. Daher: In fast allen derartigen Fällen raten Arbeitsrechtler dringend davon ab, dass Arbeitnehmer solche Aufhebungsverträge abschließen. Jedenfalls sollte der Arbeitnehmer den Aufhebungsvertrag vorher mit einem erfahrenen Spezialisten im Kündigungsrecht absprechen. 

 

Wie vermeidet man Sperrzeit und Anrechnung aufs Arbeitslosengeld? Wer mit einer Kündigungsschutz-Klage gegen seine Kündigung vorgeht, vermiedet in fast allen Fällen eine Sperrzeit und die Anrechnung der Abfindung auf das Arbeitslosengeld. Ob sich ein Prozess vor dem Arbeitsgericht lohnt, beantwortet ein erfahrener Spezialist im Arbeitsrecht. Bei alldem ist es enorm wichtig, schnell zu handeln, die Dinge nicht schleifen zu lassen: Für die Klage läuft eine kurze Frist von 3 Wochen nach Zugang des Kündigungsschreibens. Ist diese erst einmal verstrichen, ist die Chance auf eine Abfindung dahin – und durch die Sperrzeit muss man häufig auch noch draufzahlen!